Ich mache jetzt endgültig Schluss mit Windows, weil Windows und Privacy (Privatsphäre und Datenschutz) nicht vereinbar sind.
IT-Sicherheit hat folgende Schutzziele in Bezug auf Daten:
a. Verfügbarkeit (du kommst immer dran)
b. Integrität (sie werden durch Dritte nicht verändert)
c. Vertraulichkeit (Du entscheidest allein, wer Zugriff darauf hat)
Das sind eigentlich Selbstverständlichkeiten, würde man meinen.
Wo hapert es an Windows‘ Datensicherheit?
Hintergrund: Alles, das sich auf Servern amerikanischer Firmen befindet (egal in welchem Land diese stehen), kann an amerikanische Geheimdienste und Polizeibehörden weitergegeben werden! Das betrifft leider auch Firmen, welche z.B. Rechenleistung von amerikanischen Anbietern einkaufen (z.B. AWS). Stichwort: Cloud Act der USA1, 2, 3
Die in der Cloud abgelegten Daten werden definitiv mit KI gescannt.
Ich liste einmal auf, was ich bisher erfahren habe:
- Das Microsoft Mailprogramm Outlook übermittelt die Zugangsdaten zu den verwendeten Mailaccounts an ihre Server und ruft Deine E-Mails auch dann noch ab, wenn Du Outlook deinstalliert hast!4, 5
- Die Schlüssel zur Windows Festplattenverschlüsselung Bit Locker speichert Microsoft in ihrer Cloud und gibt diese bei Nachfrage an Strafverfolgungsbehörden in In- und Ausland weiter.6
- Microsoft erfasst umfangreiche Telemetriedaten.7 Diese können auch Inhalte erstellter Dokumente beinhalten.8
- Problem Trump und eventuelle Handelskriege, Strafzölle usw. Wir verlieren die Souveränität über unsere Daten, wenn wir von Microsoft abhängig sind.9
- Permanente Ausspähung sämtlicher digitaler Aktivitäten.10
- Cloudzwang11
- Intransparenz. Die Einführung des „kostenlosen“ neuen KI-Tools Copilot geht einher mit Preiserhöhungen für alle Office-Pakete12.
- Nicht deinstallierbare Zwangs-Apps (z.B. Cortana) und mit installierte Apps sind mit zu vielen Rechten ausgestattete13, die man von Hand nachträglich deinstallieren oder wenigstens deaktivieren muss. Wer noch Vertrauen in Microsoft hat, kann dann annehmen, dass das deaktivierte Programm im Hintergrund nicht mehr läuft. Zu Skepsis ist allerdings zu raten, weil z.B. nach Abwählen der Übertragung von Telemetriedaten in MS Office trotzdem weiter Daten übertragen werden.14
Was bedeutet das?
Der Cloudzwang führt dazu, dass auf mein geistiges Eigentum zugegriffen wird, ohne dass ich dem zugestimmt habe, damit einverstanden bin oder überhaupt darüber in Kenntnis gesetzt werde. Vermutlich werden meine Inhalte zudem ungefragt zum Training von KI-Modellen benutzt (Stichwort: Copilot).
Kurz gesagt: Unter Windows musst Du für den Diebstahl deines geistigen Eigentums auch noch Geld bezahlen.
Für alle, die meinen, sie hätten nichts zu verbergen: Gilt das auch für deine E-Mailaccounts, Kontoauszüge, Krankschreibungen, Notizen über Ärger im Betrieb, politische Statements, Kritik an Trump, deine noch nicht veröffentlichten Forschungsergebnisse, Familienalben, persönliche Dokumente, Notizen zu deinem letzten Gespräch mit deinem Psychotherapeuten oder dass eines deiner Kinder ein Drogenproblem hat, Transgender ist oder abgetrieben hat? Oder welche Art Pornos du am häufigsten im Internet suchst. Dann kaufe Dir eine Windows-Linzens, anstatt Linux gratis zu benutzen.
Frei nach dem Werbespot der französischen Suchmaschine qwant.com: „Wieso erlauben Sie Windows etwas, das sie privat nie akzeptieren würden?“
Der Spot ist sehenswert: https://www.youtube.com/watch?v=QplNwulZAUg
Satirische Aufarbeitung dieses Problems: https://www.youtube.com/watch?v=Im0W08UBxgM
Was hindert viele, zu Linux zu wechseln?
In erster Linie Gewohnheit15. Das oft genannte Argument, man kenne sich mit Windows aus, ist nicht stichhaltig. Windows ist viel zu komplex gewachsen und voll mit versteckten Features. Wer glaubt, er kenne sich mit Windows aus, irrt sehr wahrscheinlich.
Leider gibt es allem, das man so hört zum Trotze, nicht zu jedem Windows-Programm etwas ebenbürtiges unter Linux, bzw. vieles ist bei der Websuche in der Windows-dominierten Welt nur schwer bis gar nicht auffindbar.
Andererseits bietet Linux z. B. komfortable Bedienkonzepte, die ich für Windows vergeblich gesucht hatte. Z.B. die Desktop-Umschaltung; ich kann in der Taskleiste zwischen mehreren Desktops umschalten.
Meine ersten Gehversuche mit Linux habe ich in den 1990er Jahren versucht und bin damals gescheitert. Linux hat sich aber seither stark verbessert. Mit der Distribution Linux Mint, das eine ähnliche Oberfläche wie Windows hat, gelingt der Umstieg sehr niederschwellig.

Einige Programme laufen unter Linux sogar besser als unter Windows; z. B. QGis (meine eigene Erfahrung) und auch die professionelle Videoschnitt-Software DaVinchi16.
Ein großes Sicherheitsproblem unter Windows ist veraltete Software. Es gibt viele Apps, von deren Existenz man gar nichts weiß oder die man nur selten benutzt. Nicht jedes Programm meldet sich selbsttätig, wenn es ein Update gibt.
Der Virenscanner von Avira spielt deshalb automatisch Software-Updates ein; allerdings nur zu solchen Programmen, die Avira in der Datenbank hat. Das sind viele Programme, aber nicht alle.
Unter Linux gibt es solche Probleme nicht! Anwendungen werden zentral verwaltet und alle paar Tage meldet sich die Aktualisierungsverwaltung mit Updates, die man mit einem Klick auf „Aktualisierungen installieren“ erledigt.

Das sind in der Regel nur kleine Datenmengen, nicht wie unter Windows riesige Pakete, die den Rechner länger Zeit lahm legen. Unter Linux kann man während die Updates laufen, weiter arbeiten. Ein Neustart des Rechners ist in der Regel nicht erforderlich.
Software ist unter Linux daher sehr viel aktueller und damit potentiell sicherer.
Nach dem Umstieg auf Linux
Nach dem Wechsel zu Linux sicherheitshalber sämtliche Passworte ändern; auch das Master-Passwort deines Passwort-Managers. Man muss davon ausgehen, dass Microsoft jede Möglichkeit, an Deine Zugangsdaten zu kommen, nutzt.
Wer weiß also, welche Zugangsdaten Microsoft schon gestohlen hat? Sicher ist sicher.
Deshalb also auch die privaten Schlüssel der E-Mailverschlüsselung ändern. Alle Daten, die unter Windows gespeichert waren, sollte man als kompromittiert betrachten!
Fußnoten
- Jan Schüßler (Heise c’t): Warum Microsoft 365 nicht mehr tragbar ist: https://www.youtube.com/watch?v=GPLWZNHQlc4 ↩︎
- Wikipedia: Cloud Act: https://de.wikipedia.org/wiki/CLOUD_Act ↩︎
- quer vom BR:Digitale Abhängigkeit – Europa in der Hand von Google & Co!: https://www.youtube.com/watch?v=Im0W08UBxgM ↩︎
- IT an der Bar: Welchem Mail-Client kann man trauen? Live-Analyse mit MITM-Proxy: https://www.youtube.com/watch?v=YbY3U79Ep1A ↩︎
- The Morpheus: Windows 11 zwingt mich dazu: https://www.youtube.com/watch?v=DhVOkm8B9z4 ↩︎
- The Morpheus: Windows 11 zwingt mich dazu: https://www.youtube.com/watch?v=DhVOkm8B9z4 ↩︎
- The Morpheus: Windows 11 zwingt mich dazu: https://www.youtube.com/watch?v=DhVOkm8B9z4 ↩︎
- BSI: https://www.bsi.bund.de/dok/14859576 ↩︎
- The Morpheus: Windows 11 zwingt mich dazu: https://www.youtube.com/watch?v=DhVOkm8B9z4 ↩︎
- Dr. Thilo Weichert (2023): Weil das Unternehmen Menschen, Unternehmen und Behörden zwingt, bei deren digitalen Aktivitäten dauernd Daten in die USA zu übermitteln: https://bigbrotherawards.de/2023/microsoft ↩︎
- U-Labs (2025): Microsoft eskaliert: Horror-Update bringt Windows-Nutzern den totalen Cloudzwang: https://www.youtube.com/watch?v=CeWqmdhFED0 ↩︎
- The Morpheus: Windows 11 zwingt mich dazu: https://www.youtube.com/watch?v=DhVOkm8B9z4note 1 ↩︎
- Tuhl Teim DE (2026):Windows 11 Datenstaubsauger – Einrichten und Deaktivieren Datenübertragung Datenschutz: https://www.youtube.com/watch?v=v7RL4QVQg9M ↩︎
- BSI: https://www.bsi.bund.de/dok/14859576 ↩︎
- The Morpheus: Windows 11 zwingt mich dazu: https://www.youtube.com/watch?v=DhVOkm8B9z4 ↩︎
- The Morpheus: Windows 11 zwingt mich dazu: https://www.youtube.com/watch?v=DhVOkm8B9z4 ↩︎