Das Leiden der Gelegenheitsprogrammierer: Zu komplexe Beispiele, bzw. generell Blahblah im Internet

In der Regel muss man sich seine Skripte selber schreiben. Sei es für Automatisierung häufiger Aufgaben auf dem Desktop (in Python) oder Programierung eigener Webseiten (in PHP oder Python).

Wer nicht tagtäglich als Programmierer arbeitet, muss im Bedarfsfall vorher recherchieren und nachlesen. Hilfreich sind gut dokumentierte halbwegs aktuelle Snipets in Blogbeiträgen oder Tutorials, wenig hilfreich sind in der Regel Forumsbeiträge; seit jüngerer Zeit gibt es in Suchmaschinen (mein Favorit ist search.brave.com) KI-generierte Zusammenfassungen, die häufig brauchbar sind, aber eben auch nur aus dem gespeist werden, das im Web vorhanden ist.

Mein aktuelles Problem: Ein Login auf .htaccess-Basis funktioniert (ohne etwas verändert zu haben) seit einiger Zeit nicht mehr. Ich kriege es partout nicht wieder zum Laufen. Meine Idee, ich bastele mir ein Login mit PHP, weil die Seiten eh unter PHP laufen. –Wie ging das nochmal? Es ist Jahre her, dass ich sowas mal programmierte.

Die Internet-Suche gestaltet sich schwierig. Blogg- und Youtube-Beiträge schwafeln erstmal über Internetsicherheit ab, erklären erst wie man XAMPP installiert (es wird wohl vorausgesetzt, dass man das Login in einer Testumgebung unter Windows implementieren möchte) oder die Beispiele beginnen mit der Erzeugung einer Tabelle für eine SQL-Datenbank.

Mit solchen Beispielen wird einem jede Menge Zeit geraubt, während wichtige Informationen auf der Strecke bleiben. Ich benötige z.B. keine Datenbank, weil ich der einzige User bin. Vielleicht gewähre ich mal ein paar Leuten Zugriff, das rechtfertigt ökonomisch aber keine Datenbank mit all ihren Sicherheitsrisiken. Es reicht einen Textdatei, die oberhalb des public-Verzeichnisses liegt.

Es ist sehr wenig hilfreich, wenn in Beispielen von Voraussetzungen ausgegangen wird, die für viele nicht relevant sind. Mit einem ähnlich leidigen Thema von zu viel Blahblah im Internet wird man konfrontiert, wenn man z. B. ein Gerät anschaffen möchte und im Rahmen der Recherche über Modelle, die man in die engere Wahl genommen hat, Testergebnisse und Erfahrungsberichte konsultieren möchte.

Es werden einem während der Web-Recherche diverse Webseiten mit Rankings angezeigt; „die 10 besten Schleifmaschinen“ o.ä. Das sind aber in der Regel keine Testergebnisse, sondern Rankings auf Basis von Bewertungen auf Amazon. Die Rankings bei Amazon sind aber vielfach gefälscht oder aus anderen Gründen für eine Kaufentscheidung nicht hilfreich (unqualifizierte Kritik, gleich nach dem Kauf bewertet, Kritik bezieht sich nicht auf das Produkt usw.).

Bei Beiträgen auf Youtube besteht der Beitrag oft zu 50 % aus „Unboxing“ – es ist mir ein Rätsel, was das soll. Wer braucht eine Anleitung, wie man einen Karton auspackt? Am Ende solcher Videos muss man dann oft feststellen, dass die Bewertung zu wenig kritisch ausfällt, bzw. im Produktvergleich relevante Aspekte nicht behandelt. Das liegt oft daran, dass Youtuber die zu „testenden“ Geräte durch Hersteller für diesen Zweck gestellt bekommen – wer von denen möchte es sich mit so einem Hersteller schon verscherzen indem er wirklich kritisch ist? Einige Hersteller machen den Youtubern und Journalisten zunehmend konkrete Vorschriften, mit welchen Produkten das Produkt verglichen werden darf usw. Videos von Herstellern sind meist mit einem Sound unterlegt und zeigen das Produkt in Detail- und Gesamtansichten, ohne in irgend einer Weise zu informieren.

Objektiver können Beiträge von Leuten sein, die das Produkt selbst gekauft und bezahlt haben, sofern man dieser Aussage Glauben schenken kann. Eine Garantie für eine fundiert kritische Bewertung ist das nicht, sondern nur eine potentiell gute Voraussetzung.

Mein Eindruck: Es ist nicht einfach, fundierte Infos zu finden. Daran ändert auch KI nicht viel, weil die ja auf die selben Quellen zurück greift. Kurzum: Die Webrecherche leidet sehr unter Rauschen und Blahblah. Die zunehmende Einflussnahme von Herstellern auf Produktbewerter verwässern potentielle Quellen genauso negativ, wie die Algorithmen auf Verkaufsplattformen wie Amazon, Otto, Manomano usw.

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